hendrick dialer
Dinge Bahnen, Rahmen, Schamen und Gitter-Flitter. Glimmt im Moment 43 Mal,
dann ist aus mit da. Reste sind noch da
Reste in der Höflichkeit, wenn Geld benötigt
Reste im Fussel Filter Waschmaschine kaputt Rest i. p.
Reste im Akku, aber kein restliches Ladekabel
Reste an Strahlung an der Asse Endlager, trotzdem tödlich
Reste von Sputnik, nur noch Schrauben in der Umlaufbahn, trotzdem schnell im Flug
Reste in Erinnerung, dann erst romantisch-bitte keine Rest-Details
Restvergangenheit nur aus Büchern resetet, nicht redigiert trotzdem korrumpiert
Restblei in Dosen, die Nordpolexpedition geht in die Hosn, kalt ist nicht Schuld
Restsonde-Raumsonde in unserem Gedanken, zu schnell um Restendlich was zu merken
Die Fahne weht,
wer weiß Restendlich warum
(c) Hendrick Dialer
Ein Korridor als gelebte Strecke
Meine künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen den Orten A und B – in einem Zwischenraum, den ich als „AB“ bezeichne und als gelebte Strecke erlebe. Mich interessieren jene Orte und Momente, in denen Bewegung, Funktion und Wahrnehmung ineinandergreifen: Flughäfen, Bahnhöfe, Fahrzeuge, Korridore, Spielzeuggeschäfte, bürokratische Objekte und technische Konstruktionen. Sie sind Übergangsräume, in denen sich Alltägliches für einen Moment verändert und Formen, Farben, Geräusche und Abläufe eine besondere Präsenz entwickeln.
Aus persönlichen Erinnerungen, Beobachtungen und Fragmenten entsteht eine Bildwelt, in der Figuratives und Abstraktes nicht als Gegensätze verstanden werden. Ich übersetze Gesehenes nicht unmittelbar, sondern lasse Erinnerungen, ästhetische Eindrücke und Zufälle miteinander reagieren. Dabei interessieren mich insbesondere unscheinbare Formen und Farbsysteme, die durch ihre Funktion, Präzision oder Materialität eine eigene visuelle Sprache entwickeln – vom Fahrwerk eines Flugzeugs bis zum gedruckten Ticket.
Malerei bedeutet für mich einen bewussten Widerstand gegen die Forderung nach eindeutigen Lösungen. Auch die Vorbereitung – das Grundieren, Schleifen und Bearbeiten des Bildträgers – gehört zum malerischen Prozess. Handwerkliches Wissen bildet dabei ein Fundament, auf dem Zufall und Unvorhergesehenes ihren Platz finden. Ein Bild entsteht für mich nicht durch die möglichst genaue Umsetzung einer vorgefassten Idee, sondern durch ein fortwährendes Überführen, Verwerfen und Neuordnen.
Mich interessiert der Moment des Übergangs, kurz bevor etwas eindeutig wird. Meine Arbeit versucht, diesen Zwischenraum offenzuhalten – als Ort des Spiels, der Erinnerung und der Möglichkeit. Die Malerei wird dabei zu einem Vehikel, das Beobachtetes, Erlebtes und Erfundenes miteinander verbindet und die Welt nicht endgültig erklärt, sondern ihre Rätsel bewusst bewahrt.
A Corridor as a Lived Journey
My artistic work moves between places A and B – in an intermediate space that I call "AB" and experience as a lived journey. I am interested in those places and moments where movement, function, and perception intertwine: airports, train stations, vehicles, corridors, toy stores, bureaucratic objects, and technical constructions. They are transitional spaces where the everyday is momentarily transformed, and forms, colors, sounds, and processes develop a special presence.
From personal memories, observations, and fragments, a visual world emerges in which the figurative and the abstract are not understood as opposites. I do not translate what I see directly, but rather allow memories, aesthetic impressions, and chance to interact. I am particularly interested in inconspicuous forms and color systems that, through their function, precision, or materiality, develop their own visual language – from the landing gear of an airplane to a printed ticket.
For me, painting means a conscious resistance to the demand for definitive solutions. Preparation—priming, sanding, and working the support—is also part of the painting process. Technical knowledge forms a foundation upon which chance and the unexpected can find their place. For me, a painting doesn't emerge from the most precise possible realization of a preconceived idea, but rather from a continuous process of transformation, discarding, and rearranging.
I'm interested in the moment of transition, just before something becomes definitive. My work attempts to keep this in-between space open—as a place of play, memory, and possibility. Painting thus becomes a vehicle that connects the observed, the experienced, and the imagined, and doesn't definitively explain the world, but consciously preserves its mysteries.
Diese Website dient ausschliesslich zur Information über die Arbeit des Künstlers Hendrick Dialer, Linz.
Der Autor ist nicht verantwortlich für die Inhalte extern verlinkter Seiten.
This website serves exclusively as information about the works of Hendrick Dialer, an artist based in Linz.
Its author is not responsible for the contents of externally linked pages.
© Bilder/Images: Hendrick Dialer / Valentina Rodríguez Morales
© Texte/Texts: Hendrick Dialer